Tim´s stories

Oktober 1, 2009

Für´n Ar…- äh, Po!

Gespeichert unter: Alltagskomik — Tim @ 2:12

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Manchmal muss man wirklich nur in den Supermarkt gehen, um mit den Absurditäten der Wohlstandsgesellschaft konfrontiert zu werden.

Ich fand ja schon immer den lustigen kackbraunen „Charmin“-Bär in der Werbung ziemlich ekelig. Ehrlich, wozu hatte der die Klopapierrolle am Ast hängen? Doch nur, um einen fetten Haufen hinter den Baum setzen zu können! Puäh, ich möchte mir keine possierlichen Comic-Tiere beim Verrichten ihrer Notdurft vorstellen!

Extra für empfindliche Sensibelchen wie mich gibt es deshalb  jetzt wohl ein neues WC-Papier – meinem Po zuliebe!!!

Liebe Produkt-Manager und Werbeschaffende, endlich habt Ihr mal Euer wahres Gesicht gezeigt und offen zugegeben, wozu Eure Kreativität verheizt wird. Werbung ist eben für´n Ar… – äh, für den Po!

Juni 24, 2009

Die Psycho-Erdbeere

Gespeichert unter: Alltagstragödien, Uncategorized — Tim @ 3:40

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„Sei aber sehr vorsichtig beim Essen, die Flecken gehen nie wieder raus!“ Gespannt, was das wohl für ein Teufelszeug sein muss, dass man zwar verspeisen, aber dessen Spuren unauslöschlich sind, drehte ich mich auf meinem U-Bahnsitzplatz in Richtung der Stimme.

Ein eingeschüchterter kleiner Junge um die elf Jahre begann gerade sehr konzentriert und mit einer Hand unter der gefährlichen Speise, eine Erdbeere zu naschen!!!

Super Mami, kann ich dazu nur sagen (habe ich aber leider nicht), spar doch jetzt schon mal für die Psychotherapie Deines Sohnes! Bei einer derart dramatischen, angstfördernden Einfärbung der Umweltwahrnehmung ist der kleine Kerl in spätestens zehn Jahren reif für seine erste Verhaltenstherapie wegen generaliserter Angststörung!

Hoffen wir einfach, dass dem Sohnemann die Erdbeere geschmeckt hat und er seine Mutter in Gedanken eh nicht so ernst nimmt, wie sie offenbar den Waschgang!

Juni 18, 2009

Der Fahrkartenautomat – nostalgisch, aber korrekt!

Gespeichert unter: Alltagskomik — Tim @ 4:19

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Neulich beim Kauf einer Fahrkarte am HVV-Automaten sprang mir ein alter Bekannter entgegen: Als Wechselgeld fand ich im Ausgabeschacht neben meiner Fahrkarte tatsächliche einige „Groschen“, also 10-Pfennig-Münzen wieder!

Meine anfängliche Überraschung machte dem Ärger über den vermeintlichen Betrug Platz und der wiederum der Erkenntnis: Eigentlich ja ganz cool, so aus nostalgischen Gründen, eine 10-Pfennig-Münze zu besitzen und: Wenn die Dinger da rauskamen, gehen die auch wieder in den Automaten rein.  So beschloss ich denn, einfach den schönsten Groschen aufzubewahren und die restlichen bei nächster Gelegenheit wieder an den blechernen HVV-Kartenverkäufer zu verfüttern.

Heute war es soweit. Mit diebischem Grinsen und leicht gespannt, ob es klappen würde, warf ich die alten Dinger in den Geldschlitz. Was soll ich sagen: Die Groschen wurden problemlos angenommen…allerdings nur als fünf Cent gewertet! Ehrlicher Automat, weiß doch jeder, dass der Euro alles doppelt so teuer gemacht und die Löhne halbiert hat!

Könnte so ein Fahrkartenautomat grinsen, er hätte es getan, denn am Ende bekam ich in mein Wechselgeld nicht nur in Centstücken zurück. Auch ein Groschen kullerte mir fröhlich klimpernd entgegen…

Juni 10, 2009

So buchstabieren die Kids heute

Gespeichert unter: Alltagskomik, Alltagstragödien — Tim @ 2:40
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Ich muss ja zugeben: Mich haben Grobi, Ernie & Co manchmal mit ihrem ständigen Alphabet aufsagen in der Sesamstraße genervt – ich kann das Alphabet-Lied immer noch auswendig mitsingen – aber: Es war wohl doch zu etwas gut.

Hin und wieder gebe ich nämlich Nachhilfe, derzeit beim jüngsten Spross einer Familie, einem Neunjährigen, in Deutsch.
Es lief bislang ganz gut, wir leiteten zur Verbesserung seiner Rechtschreibung die Grundformen von Verben ab, klatschten Doppelkonsonanten…und heute sollte mein kleiner Schüler etwas aus dem Duden heraussuchen.
Tja, da begann das Drama. Ein ratloses, sich immer mehr rot färbendes Gesicht blickte mich an, lust- und hilflos wurden Seiten durchblättert. Na gut, dachte ich, fangen wir ganz einfach an. Ich bat meinen kleinen Hilflosen, doch erstmal das Alphabet aufzusagen. Das war ihm aber doch zu peinlich, zumal die Freundin seines größeren Bruders anwesend war. Ok, lenkte ich ein, schreib’s erstmal nur auf. Etwas unsicher, aber auch beruhigter griff er zum Bleistift und legte los:

ABCDFHIGRTL…weiter kam er nicht…

Februar 27, 2009

Das Werwolfkind

Gespeichert unter: Alltagstragödien — Tim @ 10:21
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„Ich bin ein Werwolf und ich bekomme ein Kind, ich weiß das“ lallte die ganz offensichtlich völlig betrunkene Frau in der Ecke neben der U-Bahn-Tür. Sie sah bemitleidenswert fertig aus. Das schiefe Makeup war längst durch Tränen und ihr gelegentliches Wischen mit der flachen Hand übers gesamte Gesicht völlig verschmiert. Der Versuch der schätzungsweise 30-Jährigen,  mit einem dekolletierten und zudem bauchfreien T-Shirt und einer knappen Jeans irgendwie sexy auszusehen, machte Ihren Anblick nur noch trauriger. Angewidert wandten sich einige Fahrgäste von der „kaputten Alkifrau“ ab, einer bemerkte, dass „das ja wohl auch ein bisschen leiser“ ginge.
„Duuuuuuuuu kannst mich maaal kreuzweise Du Zeiddungs-äh, Franz!“ warf sie ihrem Kritiker zusammen mit einigen Speicheltröpfchen in einer Alkohol-Fahne entgegen und fügte hinzu „mir ist so schlecht, ich bin schwanger“. Ein großer Schluck aus der billigen Weißwein-Flasche folgte.
Sie tat mir leid, unendlich leid, und ein wenig fürchtete ich mich auch vor ihr.

Plötzlich schlich sich ein mustergültiger Penner an mich ran, gerade nachdem sie wieder verkündet hatte, ein schwangerer Werwolf zu sein. Der dicke, übel nach Urin, Schweiß und sonstigen Ausdünstungen und Körperflüssigkeiten stinkende, bärtige Kerl trug eine fleckige Jeans, einen schmieriges T-Shirt und eine alte Stoffjacke, Modell „Rentner spenden für die Altkleidersammlung“. Den grotesken Gipfel seines Outfits machte allerdings die lilafarbene Pilotenbrille aus, die ihm immer wieder von der schwitzenden Nase rutschte. Er grinste mich vielsagend an, reckte den Daumen und teilte mir mit: „Das hat sie von mir. Scharfer Feger, nä, hab immer noch ordentlich Tinte auf´m Füller“ Um seine Behauptung zu unterstreichen, nestelte der Widerling jetzt an seinem gelblichen Hosenschlitz.

Mir wurde endgültig schlecht und ich verließ die U-Bahn.

November 20, 2008

Die kleine Gelbe an der Ecke

Gespeichert unter: Alltagskomik — Tim @ 2:47
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Ok, vielleicht bin ich hoffnungslos romantisch, aber: Ich war entzückt, als ich diese alte gelbe Telefonzelle bei mir in Barmbek entdeckt habe. Was sind über die Jahre hinweg wohl für Gespräche durch den Hörer geflossen, was für Dramen haben sich darin vielleicht abgespielt, welche innigen Beziehungen wurden hier vertieft oder getrennt?

Ok, ich höre ja schon auf. Aber auch ganz nüchtern betrachtet, ist diese alte Telefonzelle einfach toll: Sie ist gut zu erkennen und zu finden, bietet Schutz vor Regen und Wind…Im Gegensatz zu den heutigen grau-magentafarbenen Telefonboxen, mit einem angedeuteten Dach und einer Deko-Scheibe, von der niemand wirklich weiß, wovor die denn bitte schützen soll.

Naja, wahrscheinlich benutzt eh kaum noch jemand öffentliche Telefone.

Werbung ist mir wurscht

Gespeichert unter: Alltagskomik — Tim @ 2:38
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Ich liebe es ja, wenn Dinge ganz direkt formuliert werden. Ohne Schnörkel. Knüppel auf´n Kopp.
Schließlich hat Metzger Wagner das, was ein „Community Manager Customer Care“ heute aufgrund seines BWL-Studiums und diverser Online-Praktika zustande bringt, schon immer am Fleischertresen beim Plausch übers Wetter ganz nebenbei erledigt. Deswegen heißt das Produkt dort auch nicht „Premiumfleischware“ sondern, na?

WURST!

Großartig! Gekauft!

September 27, 2008

Sagst Du

Gespeichert unter: Alltagstragödien — Tim @ 2:18

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Mann, Mann, Mann sagst Du und dass es so nicht weitergeht. Der Arsch sei ab, die Klappe zu und der Affe längst tot. Klar, Du brauchst keinen Sex, weil Dich das Leben sowieso jeden Tag so richtig durchbumst. Das alles klingt so abgefuckt, so dreckig, dass ich mich frage, woher Du diese Worte nimmst.

Von anderen sagst Du und dass wir doch eigentlich eh alle nur Worträuber und Pseudos seien. Welches Detail an Dir stammt denn wirklich aus Deinem Kopf, ist denn wirklich Dein eigener Gedanke? fragst Du mich und ich finde keine Antwort.

Finden sagst Du, das sei auch so eine Sache, und dass doch die Straßen und die Köpfe voll seien von allem. Man würde doch eher durch Dinge, Ideen und Optionen waten, anstatt sie finden zu müssen. Recht hast Du und ich beginne, innerlich zu rotieren.

Damit solle ich gar nicht erst anfangen sagst Du und dass jetzt die Besuchszeit vorbei sei. Ich möge Dir das nächste Mal doch ein Päckchen Tabak mitbringen.

Klar, sage ich und schlurfe zum Ausgang.

Juli 24, 2008

Butter bei die Fische

Gespeichert unter: Alltagskomik — Tim @ 1:03
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Ich hatte mir eben mein Croissant genüsslich mit Butter und Erdbeermarmelade beschmiert, als Carsten auch schon mit seinem Vespa-Roller in die Talstraße knatterte.

Wir hatten uns zum Frühstück in der Makrele verabredet, Julias neuem Domizil nach dem traurigen Ende des Kukuuns. Wer mich kennt, weiß, dass ich jahrelang meine Geburtstage im Kukuun gefeiert habe und sehr traurig war, als es schließen musste. Nicht zuletzt, weil es doch immer die Location für den Freizeitklub war.

Nun saßen wir also morgens um 10 auf dem Kiez. Ich hatte mich zu dieser Tageszeit selten länger hier aufgehalten schon gar nicht in der Talstraße, aber ich weiß jetzt: Es lohnt sich!

Kaum hatte sich Carsten neben mir niedergelassen und sein Frühstück geordert (ohne es zu wissen, das gleiche wie ich), quatschte ein recht freakiger Typ in Motorradklamotten, aber auf einem rostigen Fahrrad sitzend, Julia an einem der draußen stehenden Tische an. Offenbar hatte er eine Antwort auf seine Frage bekommen und steuerte zielstrebig auf Carsten zu. Im nächsten Moment führten die beiden eine leidenschaftliche Diskussion über Motorroller.

Ich konnte zu dem Thema nichts beisteuern und widmete mich den Passanten dieser frühen Stunde. Neben einem armen Kerl, der um diese Uhrzeit schon vor lauter Alkohol im Blut kaum noch laufen konnte, fiel mir ein riesiger, kräftiger Schwarzer im Bundeswehr(!)-Flecktarn-Overall auf, der eben an den ersten Früstücksgästen vorbeistapfte. Der Zeitungsleser neben mir musste meinen Blick bemerkt haben und erklärte beiläufig: „Das ist der Putzmann vom Schwulen-Pornokino.“ Aha, dachte ich und wurde in meinen Gedanken, ob der gute Mann den Tarnanzug wohl aus praktischen oder Kundenservicegründen trug, von zwei älteren Damen unterbrochen. „Mann, Martha, das stinkt hier aber auch wieder nach Fisch“, polterte die eine und Martha klärte auf „Das ist kein Fisch, aber glaub mir, Du willst nicht wissen, wo das herkommt.“ Kerniger Humor, befand ich bei mir und wandte mich wieder Carsten zu, der seinen Vespa-Mann endlich gehen lassen hatte.
Was soll ich sagen? Wir hatten noch ein sehr nettes Frühstück, eine beidseitig dilettantische Kicker-Partie – und wieder mal das Gefühl, dass der Kiez doch noch etwas Besonderes ist – zu jeder Tageszeit!

Juli 17, 2008

In die Sitzfalle gegangen

Gespeichert unter: Alltagskomik — Tim @ 9:03
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Ich hatte mich noch gewundert: Mitten im relativ vollen Bus, morgens um 9.30 Uhr gen Bramfeld, hatte eine ältere Dame doch tatsächlich den Platz neben sich frei gelassen.

Liebe Senioren, nicht böse sein, aber normalerweise kenne ich Euch so, dass Ihr auf einem Zweier-Sitz gerne den äußeren Platz besetzt, nur um keine unangenehmen Menschen neben Euch zu haben – oder Eure Panik in den Griff zu kriegen, vielleicht an der gewünschten Haltestelle nicht rausgelassen zu werden…

Zurück zum Bus: Der Platz war also frei und schon schleppte sich eine wohlbeleibte, keuchende, ältere Dame mit Vorfreude im Blick auf den Sitz. Mit sichtlicher Befriedigung und einem deutlich vernehmbaren Seufzen ließ sie sich nieder. Der Bus fuhr los und…die Falle schnappte zu.

Leider hatte die großzügige Sitznachbarin neben ihr, ebenfalls schon in einem fortgeschrittenen Alter, einen Grund für ihre Freigiebigkeit: „Bei Aldi kann man jetzt ja sogar Unterwäsche kaufen!“ kicherte sie und buffte ihrer fülligen „neuen Freundin“ in die Seite. Diese blickte erschrocken, reagierte aber durchaus schlagfertig und konterte im barschen Ton: „Das interessiert mich nicht“. In meinen Ohren klang die Antwort ein wenig sehr empört, als wäre es eher um die Regionen gegangen, für die Unterwäsche gemacht wird.

Kurze Pause.

Dann legte die Plaudertaschen-Oma wieder los. „Machen Sie auch Mittagsschlaf? Ich bin ja mittags immer so müde.“ erklärte sie und gähnte herzhaft. Jetzt platzte unserer, inzwischen demonstrativ nach links guckenden, Gegenspielerin der Kragen. „Dann müssen sie mal abends früh ins Bett gehen und nicht so lange wach sein. Dann können sie morgens auch früh aufstehen!“ Erst jetzt fielen mir ihr spitzes „S“ und der militärische Tonfall auf.
Das schien gesessen zu haben. Die Redselige verstummte…doch nicht. „Ich bin heute ja schon seit 6 Uhr früh auf“ triumphierte sie strahlend. Schicksalsergeben rollte Ihre Zuhörerin mit den Augen und verstummte endgültig.

Leider musste ich jetzt aussteigen. Nur zur Info: Das alles hatte sich während der Busfahrt zu genau einer Haltestelle weiter zugetragen…

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