Tim´s stories

Oktober 1, 2009

Für´n Ar…- äh, Po!

Einsortiert unter: Alltagskomik — Tim @ 2:12 nachmittags

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Manchmal muss man wirklich nur in den Supermarkt gehen, um mit den Absurditäten der Wohlstandsgesellschaft konfrontiert zu werden.

Ich fand ja schon immer den lustigen kackbraunen “Charmin”-Bär in der Werbung ziemlich ekelig. Ehrlich, wozu hatte der die Klopapierrolle am Ast hängen? Doch nur, um einen fetten Haufen hinter den Baum setzen zu können! Puäh, ich möchte mir keine possierlichen Comic-Tiere beim Verrichten ihrer Notdurft vorstellen!

Extra für empfindliche Sensibelchen wie mich gibt es deshalb  jetzt wohl ein neues WC-Papier – meinem Po zuliebe!!!

Liebe Produkt-Manager und Werbeschaffende, endlich habt Ihr mal Euer wahres Gesicht gezeigt und offen zugegeben, wozu Eure Kreativität verheizt wird. Werbung ist eben für´n Ar… – äh, für den Po!

Juni 18, 2009

Der Fahrkartenautomat – nostalgisch, aber korrekt!

Einsortiert unter: Alltagskomik — Tim @ 4:19 nachmittags

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Neulich beim Kauf einer Fahrkarte am HVV-Automaten sprang mir ein alter Bekannter entgegen: Als Wechselgeld fand ich im Ausgabeschacht neben meiner Fahrkarte tatsächliche einige “Groschen”, also 10-Pfennig-Münzen wieder!

Meine anfängliche Überraschung machte dem Ärger über den vermeintlichen Betrug Platz und der wiederum der Erkenntnis: Eigentlich ja ganz cool, so aus nostalgischen Gründen, eine 10-Pfennig-Münze zu besitzen und: Wenn die Dinger da rauskamen, gehen die auch wieder in den Automaten rein.  So beschloss ich denn, einfach den schönsten Groschen aufzubewahren und die restlichen bei nächster Gelegenheit wieder an den blechernen HVV-Kartenverkäufer zu verfüttern.

Heute war es soweit. Mit diebischem Grinsen und leicht gespannt, ob es klappen würde, warf ich die alten Dinger in den Geldschlitz. Was soll ich sagen: Die Groschen wurden problemlos angenommen…allerdings nur als fünf Cent gewertet! Ehrlicher Automat, weiß doch jeder, dass der Euro alles doppelt so teuer gemacht und die Löhne halbiert hat!

Könnte so ein Fahrkartenautomat grinsen, er hätte es getan, denn am Ende bekam ich in mein Wechselgeld nicht nur in Centstücken zurück. Auch ein Groschen kullerte mir fröhlich klimpernd entgegen…

Juni 10, 2009

So buchstabieren die Kids heute

Einsortiert unter: Alltagskomik,Alltagstragödien — Tim @ 2:40 nachmittags
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Ich muss ja zugeben: Mich haben Grobi, Ernie & Co manchmal mit ihrem ständigen Alphabet aufsagen in der Sesamstraße genervt – ich kann das Alphabet-Lied immer noch auswendig mitsingen – aber: Es war wohl doch zu etwas gut.

Hin und wieder gebe ich nämlich Nachhilfe, derzeit beim jüngsten Spross einer Familie, einem Neunjährigen, in Deutsch.
Es lief bislang ganz gut, wir leiteten zur Verbesserung seiner Rechtschreibung die Grundformen von Verben ab, klatschten Doppelkonsonanten…und heute sollte mein kleiner Schüler etwas aus dem Duden heraussuchen.
Tja, da begann das Drama. Ein ratloses, sich immer mehr rot färbendes Gesicht blickte mich an, lust- und hilflos wurden Seiten durchblättert. Na gut, dachte ich, fangen wir ganz einfach an. Ich bat meinen kleinen Hilflosen, doch erstmal das Alphabet aufzusagen. Das war ihm aber doch zu peinlich, zumal die Freundin seines größeren Bruders anwesend war. Ok, lenkte ich ein, schreib’s erst mal nur auf. Etwas unsicher, aber auch beruhigter griff er zum Bleistift und legte los:

ABCDFHIGRTL…weiter kam er nicht…

November 20, 2008

Die kleine Gelbe an der Ecke

Einsortiert unter: Alltagskomik — Tim @ 2:47 nachmittags
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Ok, vielleicht bin ich hoffnungslos romantisch, aber: Ich war entzückt, als ich diese alte gelbe Telefonzelle bei mir in Barmbek entdeckt habe. Was sind über die Jahre hinweg wohl für Gespräche durch den Hörer geflossen, was für Dramen haben sich darin vielleicht abgespielt, welche innigen Beziehungen wurden hier vertieft oder getrennt?

Ok, ich höre ja schon auf. Aber auch ganz nüchtern betrachtet, ist diese alte Telefonzelle einfach toll: Sie ist gut zu erkennen und zu finden, bietet Schutz vor Regen und Wind…Im Gegensatz zu den heutigen grau-magentafarbenen Telefonboxen, mit einem angedeuteten Dach und einer Deko-Scheibe, von der niemand wirklich weiß, wovor die denn bitte schützen soll.

Naja, wahrscheinlich benutzt eh kaum noch jemand öffentliche Telefone.

Werbung ist mir wurscht

Einsortiert unter: Alltagskomik — Tim @ 2:38 nachmittags
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Ich liebe es ja, wenn Dinge ganz direkt formuliert werden. Ohne Schnörkel. Knüppel auf´n Kopp.
Schließlich hat Metzger Wagner das, was ein “Community Manager Customer Care” heute aufgrund seines BWL-Studiums und diverser Online-Praktika zustande bringt, schon immer am Fleischertresen beim Plausch übers Wetter ganz nebenbei erledigt. Deswegen heißt das Produkt dort auch nicht “Premiumfleischware” sondern, na?

WURST!

Großartig! Gekauft!

Juli 24, 2008

Butter bei die Fische

Einsortiert unter: Alltagskomik — Tim @ 1:03 nachmittags
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Ich hatte mir eben mein Croissant genüsslich mit Butter und Erdbeermarmelade beschmiert, als Carsten auch schon mit seinem Vespa-Roller in die Talstraße knatterte.

Wir hatten uns zum Frühstück in der Makrele verabredet, Julias neuem Domizil nach dem traurigen Ende des Kukuuns. Wer mich kennt, weiß, dass ich jahrelang meine Geburtstage im Kukuun gefeiert habe und sehr traurig war, als es schließen musste. Nicht zuletzt, weil es doch immer die Location für den Freizeitklub war.

Nun saßen wir also morgens um 10 auf dem Kiez. Ich hatte mich zu dieser Tageszeit selten länger hier aufgehalten schon gar nicht in der Talstraße, aber ich weiß jetzt: Es lohnt sich!

Kaum hatte sich Carsten neben mir niedergelassen und sein Frühstück geordert (ohne es zu wissen, das gleiche wie ich), quatschte ein recht freakiger Typ in Motorradklamotten, aber auf einem rostigen Fahrrad sitzend, Julia an einem der draußen stehenden Tische an. Offenbar hatte er eine Antwort auf seine Frage bekommen und steuerte zielstrebig auf Carsten zu. Im nächsten Moment führten die beiden eine leidenschaftliche Diskussion über Motorroller.

Ich konnte zu dem Thema nichts beisteuern und widmete mich den Passanten dieser frühen Stunde. Neben einem armen Kerl, der um diese Uhrzeit schon vor lauter Alkohol im Blut kaum noch laufen konnte, fiel mir ein riesiger, kräftiger Schwarzer im Bundeswehr(!)-Flecktarn-Overall auf, der eben an den ersten Früstücksgästen vorbeistapfte. Der Zeitungsleser neben mir musste meinen Blick bemerkt haben und erklärte beiläufig: “Das ist der Putzmann vom Schwulen-Pornokino.” Aha, dachte ich und wurde in meinen Gedanken, ob der gute Mann den Tarnanzug wohl aus praktischen oder Kundenservicegründen trug, von zwei älteren Damen unterbrochen. “Mann, Martha, das stinkt hier aber auch wieder nach Fisch”, polterte die eine und Martha klärte auf “Das ist kein Fisch, aber glaub mir, Du willst nicht wissen, wo das herkommt.” Kerniger Humor, befand ich bei mir und wandte mich wieder Carsten zu, der seinen Vespa-Mann endlich gehen lassen hatte.
Was soll ich sagen? Wir hatten noch ein sehr nettes Frühstück, eine beidseitig dilettantische Kicker-Partie – und wieder mal das Gefühl, dass der Kiez doch noch etwas Besonderes ist – zu jeder Tageszeit!

Juli 17, 2008

In die Sitzfalle gegangen

Einsortiert unter: Alltagskomik — Tim @ 9:03 vormittags
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Ich hatte mich noch gewundert: Mitten im relativ vollen Bus, morgens um 9.30 Uhr gen Bramfeld, hatte eine ältere Dame doch tatsächlich den Platz neben sich frei gelassen.

Liebe Senioren, nicht böse sein, aber normalerweise kenne ich Euch so, dass Ihr auf einem Zweier-Sitz gerne den äußeren Platz besetzt, nur um keine unangenehmen Menschen neben Euch zu haben – oder Eure Panik in den Griff zu kriegen, vielleicht an der gewünschten Haltestelle nicht rausgelassen zu werden…

Zurück zum Bus: Der Platz war also frei und schon schleppte sich eine wohlbeleibte, keuchende, ältere Dame mit Vorfreude im Blick auf den Sitz. Mit sichtlicher Befriedigung und einem deutlich vernehmbaren Seufzen ließ sie sich nieder. Der Bus fuhr los und…die Falle schnappte zu.

Leider hatte die großzügige Sitznachbarin neben ihr, ebenfalls schon in einem fortgeschrittenen Alter, einen Grund für ihre Freigiebigkeit: “Bei Aldi kann man jetzt ja sogar Unterwäsche kaufen!” kicherte sie und buffte ihrer fülligen “neuen Freundin” in die Seite. Diese blickte erschrocken, reagierte aber durchaus schlagfertig und konterte im barschen Ton: “Das interessiert mich nicht”. In meinen Ohren klang die Antwort ein wenig sehr empört, als wäre es eher um die Regionen gegangen, für die Unterwäsche gemacht wird.

Kurze Pause.

Dann legte die Plaudertaschen-Oma wieder los. “Machen Sie auch Mittagsschlaf? Ich bin ja mittags immer so müde.” erklärte sie und gähnte herzhaft. Jetzt platzte unserer, inzwischen demonstrativ nach links guckenden, Gegenspielerin der Kragen. “Dann müssen sie mal abends früh ins Bett gehen und nicht so lange wach sein. Dann können sie morgens auch früh aufstehen!” Erst jetzt fielen mir ihr spitzes “S” und der militärische Tonfall auf.
Das schien gesessen zu haben. Die Redselige verstummte…doch nicht. “Ich bin heute ja schon seit 6 Uhr früh auf” triumphierte sie strahlend. Schicksalsergeben rollte Ihre Zuhörerin mit den Augen und verstummte endgültig.

Leider musste ich jetzt aussteigen. Nur zur Info: Das alles hatte sich während der Busfahrt zu genau einer Haltestelle weiter zugetragen…

Mai 22, 2008

Unschuldige Zuneigung

Einsortiert unter: Alltagskomik — Tim @ 12:56 nachmittags
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Vor kurzem war ich mal wieder mit der S-Bahn unterwegs. Schlecht gelaunt, weil der Tag irgendwie nicht nach meinen Wünschen verlief. Gelangweilt blickte ich geradeaus, wo mir ein junger Behinderter ins Auge fiel. Er stand mit dem Rücken zu einer Sitzlehne, auf dem dazu gehörigen Platz saß eine hübsche Frau mittleren Alters.
Der Gute war offenbar schon in der Pubertät angekommen: Ein zarter Bartflaum auf seiner Oberlippe zeugte davon und auch seine Blicke, jetzt wo er die Dame hinter sich registriert hatten, zeigten hormongesteuerte Begehrlichkeit.
Etwas unbeholfen nestelte er an seiner Hose herum. Ich befürchtete schon das Schlimmste und hatte mir  im Kopf bereits ein paar Entschuldigungen für den “armen behinderten Kerl” zurecht gelegt, als es ganz anders kam:

Der Teenager entschloss sich, seiner Angebeteten spontan seine Zuneigung zu zeigen und zwar auf eine ganz und gar unschuldige Weise: Er legte den Kopf schräg und streichelte mit seinem herab hängenden Kopfhaar ganz sanft von hinten die Frisur seiner Herzensdame. So sanft, dass diese es nicht einmal bemerkte – im Gegensatz zu seinem Betreuer, der mir bis dahin gar nicht aufgefallen war. Dieser schüttelte nun deutlich den Kopf und zog eine Grimasse – und mein behinderter Freund reagierte sofort. Er schüttelte ebenfalls energisch den Kopf, wurde etwas rot und ließ die Frau in Ruhe.

Mein Tag war gerettet. Ich war ge- und berührt. Würden doch alle Leute so vorsichtig und unschuldig einander ihre Zuneigung zeigen – und alle Menschen so unauffällig und respektvoll mit Behinderten umgehen, wie dieser Betreuer!

April 21, 2008

Denk ich an Frühling, denk ich an…Tod!

Einsortiert unter: Alltagskomik — Tim @ 9:44 vormittags
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Da geht man sonntags durch die ersten zarten Frühlingssonnenstrahlen, schleckt ein optimistisches Gutwetter-Eis und dann: Fällt einem im U/S-Bahnhof Ohlsdorf das handgemachte Werbeschild eines Gärtners ins Blickfeld: “Auch 2008 wird es Frühling! …und was ist mit Ihrem Grab?”

Vielen Dank, lieber Gärtner für die freundliche Nachfrage. Als Gärtner denkt man bei Frühling also an Tod, daran, anderen Leuten ein schlechtes Gewissen und selbst Kohle zu machen – und ich Naivling habe immer geglaubt, Ihr Grünspezialisten wollt uns allen das Leben ein wenig blühender, bunter und schöner machen!

April 4, 2008

Navigation – old school

Einsortiert unter: Alltagskomik — Tim @ 9:03 vormittags

Wieder einmal auf dem Heimweg vom Bus laufe ich auf eine graue Mauer zu: Fünf ältere Herren um die 70 gehen direkt nebeneinander, unterhalten sich lauthals und machen ein “Überholen” nahezu unmöglich. Thema der Seniorenrunde: Autos, Autohändler, Autoreparaturen. Unüberhörbar sind sie natürlich alle Helden der Landstraße, Automobilveteranen, keiner macht ihnen im Straßenverkehr etwas vor.

Einer muss jedoch auch zeigen, dass er mit dem Puls der Zeit geht. “Ich hab ja neulich mein Navigationsgerät reparieren lassen”, wirft er, sich der provokanten Erwähnung solch neumodischen Krams bewusst, in die Runde. Die Herren lauschen jetzt angespannt, Nebenbei-Gespräche verstummen. Ich kann ihre kritischen Gesichter trotz der mir zugewandten Rücken fast sehen. “Da war die Scheibe kaputt, aber der Manni hat mir schnell ´ne neue besorgt!”

Ich muss mich fast wegschmeißen und aufpassen, dass ich nicht laut loslache. Schon alleine, dass er “Navigationsgerät” sagt statt “Navi”. Wie groß muss das Ding sein, wenn man da die Scheibe auswechseln kann? Hat ihm “Manni” nicht erzählt, dass das Display im A…. war und man für wenig Geld, bestimmt weniger als die Auswechslung des Displays kostet, ein neues Navi kriegt?

Vielleicht tue ich dem gestandenen alten Kraftfahrer aber ja auch Unrecht. Vielleicht war ja tatsächlich die Glasabdeckung seines Kompasses kaputt…

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